💡 Das Piepsen ist nicht das Problem
Aug 17, 2026
New York, Mitte der Siebzigerjahre. Ein junger Schauspieler soll einen Taxifahrer spielen, der langsam durchdreht. Er entscheidet sich, selbst Taxi zu fahren. Wochenlang, mit echtem Taxischein und echten Fahrgästen. Einer erkennt ihn mitten auf der Fahrt. Die Tarnung ist dahin, das Prinzip nicht.
Ein paar Jahre später, für "Raging Bull": rund 27 Kilo zugenommen, um den gealterten Boxer Jake LaMotta glaubwürdig zu spielen.
Heute, am 17. August, wird Robert De Niro 83.
De Niro hat nie die Oberfläche gespielt. Er ist der Ursache nachgegangen, bevor er reagiert hat.
Genau das fehlt, wenn ich mit Führungskräften über ein schwieriges Teammitglied spreche. Fast jede Woche taucht in meinen Coachinggesprächen dieselbe Situation auf: eine Person im Team, bei der etwas nicht stimmt. Die Führungskraft spürt das genau. Präzise benennen kann sie es selten.
Im aktuellen ➔ Video gehe ich der Frage nach, wie du bei so einer Person die tatsächliche Ursache findest, bevor du reagierst. Schau's dir an.
Ein Bild aus dem Video ist mir hängen geblieben: der Rauchmelder in der Küche. Er piepst, weil das Steak zu heiss angebraten ist. Reisst du ihn von der Decke, ist das Piepsen weg. Das Risiko eines Brands bleibt.
Bei schwierigen Teammitgliedern machen wir oft genau das. Wir reagieren auf das Piepsen: den schnippischen Ton im Meeting, die Deadline, die zum dritten Mal reisst, das Gefühl, dass jemand einfach nicht passt. Was dahinter eigentlich brennt, übersehen wir dabei.
In den Coachings ist die Ursache erstaunlich oft simpel: Unklarheit. Ich frage dann: "Was genau erwartest du von dieser Person, diesen Monat?" Meistens wird es an dieser Stelle still.
Die Erwartung existierte nie als Satz, den die Person hätte wiederholen können. Sie lebte nur im Kopf der Führungskraft.
Letzte Woche sagte mir eine Führungskraft: "Die liefert einfach nicht." Meine Frage: "Wann hast du ihr zuletzt gesagt, was genau du erwartest, mit Frist und Ergebnis?" Stille. Dann: "Eigentlich nie so richtig."
Das ist keine Ausnahme. Das ist die Regel.
Drei Fragen für dich:
- An welche Person im Team denkst du gerade, wenn du das liest?
- Wie klar hast du ihr zuletzt gesagt, was du von ihr erwartest? So klar, dass sie es dir wortwörtlich hätte zurückgeben können?
- Was piepst bei dir gerade, ohne dass du weisst, was dahinter tatsächlich brennt?
➔ Wie du danach entscheidest, ob jemand noch ins Team gehört, erkläre ich im Video.
Übrigens: In wenigen Tagen startet die sechste Runde von Next Level Success, meinem 20-Wochen-Programm für Führungspersonen. Kernthema: mit Freude mehr erreichen, das gilt auch für Situationen wie diese. Es sind nur noch wenige Plätze frei, du kannst noch aufspringen. Alle Infos hier.
Der Rauchmelder piepst nicht ohne Grund. Die Frage ist, ob du der Ursache nachgehst oder nur den Ton leiser stellst.
"Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen, die sie sich über die Dinge machen." – Epiktet, griechischer Stoiker (Encheiridion)
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