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💡 Warum Anwesenheit dein Team nicht zusammenhält

leadership montag morgen impuls Sep 28, 2026
💡 Warum Anwesenheit dein Team nicht zusammenhält

Zwei Weltmeistertitel, 1998 und 1999. Zwanzig Grand-Prix-Siege für McLaren-Mercedes, mitten in der grossen Rivalität gegen Michael Schumacher. Die Bilanz von Mika Häkkinen, der heute 58 wird.

Am Kommandostand passierte während seiner Rennen aber etwas, das mit seiner Fahrweise auf den ersten Blick nichts zu tun hat.

McLaren war schon in den Neunzigerjahren ein verteiltes Team. Ingenieure an der Strecke, weitere im Werk in Woking, England, die die Telemetrie aus der Ferne auswerteten. Und der Fahrer ganz allein im Auto, bei über 300 Stundenkilometern.

Häkkinens Renningenieur sah dabei nicht seine Hände am Lenkrad. Er sah eine Zahl auf dem Bildschirm: die Rundenzeit. Dazu Reifentemperatur und Spritverbrauch.

Ein Funkspruch reichte meistens: „Push, wir brauchen eine 1:47 auf den nächsten fünf Runden.“ Danach Funkstille, teils über eine ganze Runde.

Bei den meisten Führungskräften würde da schon die Panik einsetzen.

Wie Häkkinen das Ziel erreicht, welche Bremspunkte er wählt, wann er überholt: Das entscheidet er allein, in der Sekunde. Niemand am Kommandostand kann ihm das von aussen vorschreiben.

Dein Team sitzt wahrscheinlich nicht in einem Formel-1-Cockpit. Die Grundsituation kennst du vermutlich trotzdem: Menschen, die nicht ständig unter deiner Beobachtung arbeiten und trotzdem liefern sollen.

Genau darum geht es im aktuellen ➔ Video, „3 Dinge, die für das Führen hybrider Teams entscheidend sind“. Drei Zutaten, die verteilte und hybride Teams tatsächlich zusammenhalten.

Die erste sieht man am Kommandostand sofort: volle Verantwortung.

Häkkinen übernimmt ein Problem im Auto komplett selbst. Reifen, die nachlassen. Ein Konkurrent, der sich vorbeidrängt. Er löst das im Cockpit, ohne auf Anweisung zu warten. Das Team gibt ihm ein Ziel, keine Bedienungsanleitung.

Die zweite ist die Rundenzeit selbst: Das Ergebnis zählt, nicht die Beobachtung.

Der Ingenieur kann Häkkinen ohnehin nicht dabei zusehen, wie er fährt. Er sieht nur, ob die Zeit stimmt. Bei einem Team im Homeoffice ist das nicht anders. Anwesenheit lässt sich kaum kontrollieren, sobald jemand nicht im selben Raum sitzt. Vereinbarte Ergebnisse schon: Was liegt bis wann vor, und wer steht dafür gerade.

Die dritte ist die kurze Verbindung über Funk.

Wenige Sätze, klar und knapp, aber genug, damit Vertrauen entsteht. Kein Dauergespräch, aber auch keine komplette Funkstille über Stunden. Bei einem verteilten Team sieht das anders aus: ein Check-in ohne Traktandum, ein gemeinsamer Tag im Monat, ein kurzer Anruf, der nichts mit der aktuellen Aufgabe zu tun hat. Das Prinzip bleibt dasselbe. Verbindung passiert nicht von selbst, sie wird eingeplant.

Viele Führungskräfte drehen das um. Sie fragen morgens, wer online ist.

Am Freitag fragen die wenigsten, was tatsächlich fertig ist.

Du musst dafür kein Cockpit haben und auch keine 300 Stundenkilometer.

Die Grundidee reicht: Verantwortung klar übergeben, Ergebnisse als Massstab nehmen, Verbindung bewusst einplanen, auch über Distanz.

Drei Fragen für diese Woche:

  • Bei welchem Thema in deinem Team ist gerade unklar, wer die volle Verantwortung trägt?
  • Welches Ergebnis hast du zuletzt konkret vereinbart, inklusive Termin, unabhängig davon, wann und wo daran gearbeitet wird?
  • Wann hast du zuletzt bewusst Zeit für Verbindung im Team eingeplant, ganz ohne Traktandum?

Übrigens: Willst du herausfinden, an welcher der drei Stellen dein Team gerade am meisten Reibung hat, Verantwortung, Ergebnisse oder Verbindung? Meld dich einfach ➔ hier, ein kurzes Gespräch reicht meistens, um den grössten Hebel zu finden.


„Few things help an individual more than to place responsibility upon him, and to let him know that you trust him.“ – Booker T. Washington, „Up from Slavery“, 1901

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