Leadership-Impulse

đź’ˇIch weiss, warum Priorisierung bei dir nicht klappt

leadership montag morgen impuls produktivität Jun 08, 2026
đź’ˇIch weiss, warum Priorisierung bei dir nicht klappt

Robert Schumann wollte Pianist werden. Einer der Grössten. Der junge Zwickauer, geboren heute vor 216 Jahren, hatte das Talent. Nur ein Problem: Seine Finger gehorchten nicht schnell genug.

Also baute er eine Vorrichtung. Eine Mechanik, die einzelne Finger unabhängig voneinander trainieren sollte – schneller als natürliches Üben. Das Gerät beschädigte seine rechte Hand dauerhaft. Die Pianistenkarriere war vorbei.

Was blieb: einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik. Aber das war nicht der Plan.


Das Gerät war Schumanns Version von „wichtig und dringend." Es schien die logische Lösung. Schneller zum Ziel. Keine Zeit verlieren.

Fast jede Führungskraft hat ihre eigene Version davon. Die Aufgabe, die dringend schien. Das Meeting, das doch nicht warten konnte. Die Methode, die alles schneller machen sollte. Und am Ende: Zeit weg, Ergebnis zweifelhaft.

Im aktuellen 🎥 Video gehe ich durch, warum Priorisierung in der Praxis ständig scheitert – und welche vier Hebel tatsächlich etwas verändern. Einer davon hat mit Methoden gar nichts zu tun. Schau rein.


Das eigentliche Problem liegt nicht im Werkzeug. Die Eisenhower-Matrix ist gut. Aber sie setzt voraus, dass klar ist, was „wichtig" im strategischen Sinn überhaupt bedeutet. Wer das nicht weiss, behandelt alles als wichtig und dringend. Und bleibt dort stecken.

Dazu kommt ein Hebel, der fast immer übersehen wird: das Selbstbild.

Wer sich als Führungsperson definiert, die für alles zuständig und immer erreichbar ist, kämpft das Priorisieren täglich neu aus. Nicht wegen schlechter Methoden. Wegen eines Selbstverständnisses, das dagegen arbeitet.

Wer dagegen sagt: Ich bin jemand, der nie mehr als drei Prioritäten hat, der weiss was er nicht tut, der sein Team so aufgestellt hat, dass Aufgaben dort bleiben wo sie hingehören – der muss diese Entscheidung nicht täglich neu treffen. Sie ist bereits getroffen.

Schumann hätte das Gerät vielleicht nie gebaut, wenn er früher gewusst hätte, wo seine eigentliche Stärke liegt. Aber das ist leicht gesagt im Rückblick.

Priorisieren ist keine Zeitfrage. Es ist eine Führungsentscheidung.


Drei Fragen für diese Woche:

  1. Welches grosse Ziel gibt dir den Massstab, um zu entscheiden, was wirklich wichtig ist?
  2. Gibt es bei dir eine Stopp-Liste – Dinge, die du bewusst nicht mehr tust, schriftlich festgehalten?
  3. Welches Selbstbild als Führungsperson unterstützt deine Prioritäten – und welches arbeitet dagegen?

„Nusquam est qui ubique est." – Wer überall ist, ist nirgends.
– Seneca, Epistulae morales, II, 2 

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