Hinweis vorab:
Zu diesem Thema habe ich diese Woche auch ein YouTube-Video veröffentlicht, in dem ich die drei Prinzipien anhand konkreter Praxisbeispiele vertiefe.
Wenn du lieber erst schaust und dann liest: Den Link findest du 👉 hier.
Viele Führungskräfte kennen diesen Gedanken, sprechen ihn aber selten laut aus:
„Ich wäre deutlich wirksamer, wenn die Umstände besser wären.
Wenn mehr Rückhalt da wäre.
Wenn weniger Widerstände kämen.“
Das Problem ist nicht, dass dieser Gedanke falsch ist.
Das Problem ist, dass er gefährlich ist.
Denn er verlagert Verantwortung – subtil, aber wirkungsvoll – nach außen.
Und genau dort beginnt der Leistungsabfall vieler ansonsten sehr kompetenter Leader.
Die unbequeme Wahrheit
Die besten Führungspersönlichkeiten entfalten ihre größte Wirksamkeit häufig genau dann, wenn es schwierig wird.
Das ist kein Motivationsspruch. Es ist eine Beobachtung aus der Praxis – und sie deckt sich erstaunlich gut mit Erkenntnissen aus Psychologie, Organisationsforschung und Strategie.
Nassim Nicholas Taleb beschreibt in Antifragilität, dass außergewöhnliche Systeme nicht versuchen, Unsicherheit zu vermeiden, sondern lernen, unter Druck stärker zu werden.
Das gilt für Organisationen – und ganz besonders für Führungspersönlichkeiten.
Was unterscheidet also Leader, die auch bei Gegenwind wirksam bleiben, von denen, die innerlich festlaufen?
Aus meiner Arbeit mit CEOs und Führungskräften kristallisieren sich immer wieder drei Prinzipien heraus.
1. Wer Verständnis erwartet, macht sich abhängig
Das ist vermutlich der kontraintuitivste Punkt – und zugleich einer der wirksamsten.
Viele Führungskräfte hoffen (oft unbewusst), dass andere ihre Perspektive teilen:
-
das Team
-
Kolleginnen und Kollegen auf Peer-Level
-
Stakeholder
-
manchmal sogar das private Umfeld
Diese Erwartung ist menschlich.
Aber sie ist strategisch riskant.
Denn je stärker du darauf angewiesen bist, dass andere „mitziehen“, desto stärker bist du emotional und handlungsseitig gebunden. Enttäuschung wird wahrscheinlicher, Klarheit leidet, Energie geht verloren.
Peter Drucker hat es nüchtern formuliert:
„The most important thing in communication is hearing what isn’t said.“
Menschen sind selten dort, wo du bist.
Sie tragen nicht dieselbe Verantwortung.
Sie haben nicht denselben Horizont.
Erfolgreiche Leader lösen diesen inneren Knoten, indem sie innerlich umstellen:
Ich freue mich über Unterstützung – aber ich erwarte sie nicht.
Das erzeugt Freiheit. Und überraschend oft auch mehr Wirkung.
2. Ohne Klarheit wirkt selbst Engagement gegen dich
Wenn Führungskräfte über mangelnde Unterstützung klagen, lohnt sich fast immer eine Gegenfrage:
Wofür genau sollen andere eigentlich kämpfen?
Viele Ziele, die mir in Gesprächen begegnen, sind gut gemeint – aber nicht klar:
-
mehrere Prioritäten gleichzeitig
-
Ziele ohne echten Fokus
-
Visionen, die eher beschreiben, was man vermeiden will als was man erreichen möchte
Ohne klare Vision entsteht Reibung. Häufig nicht aus Widerstand, sondern weil Orientierung fehlt.
Viktor Frankl hat es präzise auf den Punkt gebracht:
„Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.“
Fehlt dieses „Warum“, wirkt selbst hohe Aktivität zerfasert.
Entscheidungen widersprechen sich.
Das Umfeld reagiert zurückhaltend – und es fühlt sich an, als würde alles gegen einen laufen.
In Wahrheit fehlt der gemeinsame Referenzpunkt.
Klarheit ist kein Kommunikationsthema.
Sie ist ein Führungsinstrument.
3. Verantwortung ist kein moralischer Anspruch – sondern ein Hebel
Der dritte Punkt klingt banal. Und wird deshalb oft unterschätzt.
Verantwortung zu übernehmen heißt, den eigenen Handlungsspielraum bewusst anzunehmen – auch unter ungünstigen Bedingungen.
Sätze wie:
-
„Dafür kann ich nichts.“
-
„Das geht halt nicht.“
-
„Ich habe keine Zeit.“
klingen sachlich – sind aber fast immer ein Ausstieg aus Verantwortung.
Top-Leader sprechen anders:
-
Ich entscheide.
-
Ich kümmere mich.
-
Ich mache es – oder ich lasse es bewusst.
Diese innere Haltung verändert alles:
-
den Umgang mit Widerständen
-
die Vorbildwirkung im Team
-
die eigene Wirksamkeit
Verantwortung schafft Klarheit. Und aus Klarheit entsteht wieder echter Handlungsspielraum.
Warum das gerade jetzt entscheidend ist
Die Zeiten, in denen Führung vor allem Planung und Absicherung bedeutete, sind vorbei.
Unsicherheit ist kein Ausnahmezustand mehr – sie ist der Normalfall.
Leader, die unter diesen Bedingungen auf äußere Stabilität warten, verlieren an Wirkung.
Leader, die innere Klarheit, Verantwortung und Unabhängigkeit kultivieren, gewinnen.
Nicht spektakulär.
Aber nachhaltig.
Zum Schluss – und der nächste Schritt
Wenn du diese drei Prinzipien nicht nur verstehen, sondern konsequent in deinem Führungsalltag verankern willst, dann ist genau das ein zentrales Thema in meinem Programm Next Level Success.
Dort arbeiten wir über mehrere Wochen sehr konkret an:
-
innerer Klarheit und Entscheidungsstärke
-
Führung unter Unsicherheit
-
Verantwortung ohne Selbstüberforderung
-
und der Frage, wie du auch bei Gegenwind wirksam bleibst
Aktuell sind noch einige wenige Plätze frei.
PS:
Wo wartest du aktuell noch auf bessere Umstände –
statt den nächsten wirksamen Schritt selbst zu definieren?
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