Leadership-Impulse

Vom Sinn und Unsinn der Budgetierung

führung strategie Oct 11, 2020
Budgetierung

Wenn ich mit CEOs und Bereichsleitern spreche (u.a. im Rahmen meines Coaching), dann habe ich manchmal den Eindruck, dass der Budgetierungsprozess einen zu grossen Teil der Zeit und Energie frisst, typischerweise im Herbst. Als ehemaliger Bereichscontroller in grossen Unternehmen kann ich ein Lied davon singen (und sehe dieselbe Tendenz in mittleren Unternehmen).

Das Problem daran: Budget-Erstellung ist zu 100% unproduktiv, gemessen am Unternehmenszweck (Mission) und der Vision (denn kaum ein Unternehmen wird eine „herausragende Budgetierung“ zum Teil der Vision machen). 

Mit anderen Worten: Führungspersonen und meist viele andere einbezogene Personen arbeiten an etwas, das im herkömmlichen Sinn eine „Verschwendung“ ist. Hinzu kommt, dass gar nicht selten der Budgetprozess die Strategiediskussion ersetzt. Wir haben dann nicht nur keine starke Geschäftsstrategie, sondern auch noch hohe Opportunitätskosten. 

Warum passiert so etwas? Aus meiner Erfahrung im Wesentlichen aus drei Gründen. Im Folgenden teile ich auch, was Sie dagegen tun können:
    1. Unsicherheit über den Sinn der Strategie. Ich treffe diesen Grund erstaunlich oft an: Viele Führungspersonen haben wenig Klarheit darüber, was Strategie genau ist und wie man sie optimal erarbeitet. Dadurch bleiben enorme Unternehmenspotenziale auf der Strecke. Mein Tipp: Machen Sie sich schlau dazu, mit Büchern, anderen Lernformen und auch einem Sparringspartner oder Coach.
    2. Eigenleben des Budget-Prozesses. Ich beobachte immer wieder, dass der im Prinzip notwendige Budgetierungsprozess immer weiter an Umfang zunimmt und nach und nach enorme Kapazitäten bindet. Das Problem: Budgetierung startet fast immer mit einer Fortschreibung und Weiterentwicklung des Status Quo, also genau dem Gegenteil einer guten Strategie (die vom Ende her entwickelt wird). Mein Tipp: Erst Strategie, dann Budget. Und dann das Budget so schlank wie möglich.
    3. Scheinbare Sicherheit. Machen wir uns nichts vor: Eine saubere Budgetierung suggeriert Sicherheit über das kommende Geschäftsjahr – unter der Voraussetzung, dass sich keine wesentlichen Rahmenbedingungen ändern. Und genau das ist immer mehr eine Illusion. Es wird immer mehr „unvorhersehbare“ Ereignisse geben, als uns lieb ist. Tendenz steigend. Das führt dann z.B. dazu, dass trotz sinkender Verkäufe eben nicht in Sales-Trainings investiert wird – weil das nicht budgetiert wurde. Oder dass trotz bedrohlich schlechter Stimmung in der Mannschaft nicht gezielt an der Verbesserung gearbeitet wird – man hatte es eben nicht budgetiert (das sind reale Beispiele).

Fazit: in den meisten Unternehmen gibt es diverse „Gruben“, in denen Ressourcen versenkt werden – oft mit begrenzter und manchmal sogar negativer Wirkung. Wir können uns das gerne mal gemeinsam bei Ihnen anschauen.Melden Sie sich einfach.

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