Frag zehn Führungskräfte, was ihre größte Stärke ist und drei bis vier normalerweise werden sagen Empathie. Jedenfalls erfahre ich das immer wieder. Ich verstehe meine Leute gut, ja. Genau bei diesen Personen stelle ich im Coaching auf die unbequeme Rückfrage: Ist das wirklich deine Stärke oder ist es das, was dich zurückhält?
Führung hat eine klare Funktion, nämlich ein Team auf ein Ziel hinbewegen und Ergebnisse liefern. Empathie ist dabei, wenn man es so sieht, ein Werkzeug, kein Ziel für sich. Und heute geht es darum, wo diese Verwechslung passiert und woran du sie bei dir selbst erkennst. Und wir werden als Ergebnis haben drei verschiedene Punkte, nämlich erstens, dass du, genauer verstehst, was das bedeutet mit, zu viel Empathie, zu wenig Empathie, woran sich zu viel Empathie manchmal ein bisschen versteckt im Alltag zeigt.
die eigentliche Funktion der Führung und wie man das zusammenbringt. Und gleich, um ein Missverständnis auszuräumen: Es geht mir nicht darum, dass Empathie etwas Schlechtes ist. Ganz im Gegenteil, es ist sehr hilfreich. nur es wird oft zu überbewertet im Thema Leadership und, als, zu positiv gesehen oft.
Ich sag's mal so, ja. Deswegen ein bisschen provozierend hier. Eine neue Perspektive. stell dir das vor wie mit Salz. das berühmte Salz in der Suppe. wenn, eine Suppe gar kein Salz drin hat, dann ist sie fad und schmeckt nicht, ja. Keiner mag sie. Wenn sie umgekehrt natürlich zu viel Salz drin hat, dann, ist sie ungenießbar, ja.
Und, das ist genau der Punkt. Das ist in der Führung genauso mit verschiedenen Zutaten und genauso eben mit dem Thema Empathie. Und warum ich das übrigens bringe, ist, weil mir das sehr häufig aufschlägt. Also, Leute sagen: „Ja, ich, ich bin ja so stark, weil ich so empathisch bin." Sage ich: „Hm, ist das wirklich 'ne Stärke?"
Achtung, ja, richtig einsetzen. Die richtige Dosis entscheidet. Ich will das hier noch mal kurz illustrieren. Wenn man das hier wie so 'n Zeiger hat, zu wenig oder zu viel und dazwischen sagen wir mal richtig in Anführungszeichen, dann sind sehr viele Leute, die ich sehe, nicht alle, aber sehr viele Leute sind auf dieser rechten Seite, genau wie es hier ist.
Also die sind da eher bei dem, zu viel. Ja. Und ich, führe gleich aus, was ich damit meine, ja. Und, d-wenn, wenn ich umgekehrt das habe, dass ich hier bin, zu wenig, das gibt es durchaus auch, ja. ich hatte neulich ein Projekt oder habe noch ein Projekt, wo einer gesagt hat, die andere Person ist komplett empathiefrei und ich hab das dann auch fast so gesehen.
Das klingt jetzt ein bisschen sehr, krass, aber ist schon so. Also wenn jemand sehr wenig Empathie hat, was passiert? Ganz klar, das Team fühlt sich nicht abgeholt. Ich hab sehr viel Schwierigkeit, mit anderen umzugehen. Wenn ich null Empathie habe, fällt mir das sehr schwer, ja. Und dann werde ich 'n Einzelkämpfer bleiben.
Dann komme ich nicht dazu, andere dazu zu bewegen, mit mir zusammen zu arbeiten, ja. Und aber eben umgekehrt zu viel auch nicht. Es ist also, es kommt darauf an, diese, diesen richtigen Mittelweg zu finden und hier etwa in der Mitte zu sein und sagen: „Okay, ich setz das gezielt ein." Und wie bei vielen Dingen ist es ja auch so: Wer es kann, dass er seine emotionalen Trigger gezielt einsetzen kann, ist anderen immer weit voraus, ja.
Wer sich steuern lässt durch die Emotionen und sagen: „Ich bin halt so, ich bin halt empathisch, ja. Ich bin halt mitfühlend", der wird nicht weit kommen, ne. Es ist viel besser, wenn ich sage: „Ja, ich weiß, ich kann die und die Sachen einsetzen, die ziehe ich dann wie ein Register in bestimmten Situationen, heraus."
Das ist schon mal 'ne ganz wichtige Erkenntnis hier mal gleich, vorneweg, ja. Das,
Paradox ist, dass wir häufig auch Stärken sehen und wenn wir die nicht hinterfragen, dann sind das vielleicht gar keine Stärken, sondern sind verborgen hinter blinden Flecken, ja.
wenn ich mal sage: „Okay, meine Stärke ist vielleicht, dass ich, sehr schnell vorangehen kann." dann kann das eben 'ne Schwäche sein zu sagen: „Okay, ich nehm natürlich andere nicht mit", ja. Das heißt, wenn man 'ne Stärke nie hinterfragt, 'ne sogenannte Stärke, die man von sich selber hält, dann kommt man da häufig nicht weiter.
Das ist der Punkt und das ist auch mit solchen Themen wie Empathie so. Ja, wenn ich mal sage: „Ja, ist ja super, dass ich empathisch bin", und das nie hinterfrage: F-- hilft mir das eigentlich? Das hat mir bis hierhin geholfen. Bringt es mich dorthin aufs nächste Level? Dann ist, das 'ne berechtigte Frage und da muss ich dann überlegen: Ja, mh, vielleicht weniger.
Ist auch grade so, wenn ich jetzt zum Beispiel mit zwei Leuten nur zusammenarbeite, Miniteam, ja, und, sage: „Okay, das ist sehr gut, wenn wir uns sehr gut verstehen und so." Sagen wir mal auch das Thema Empathie sehr, sehr groß ist. Ich fühle den anderen, ne. wenn ich jetzt auf einmal in 'ne Position komme, wo ich 20 Leute führe, vielleicht sogar über zwei Stufen, dann nimmt das 'ne andere Größenordnung ein.
Ist immer noch ganz gut, aber andere Dinge werden jetzt wichtiger, ja, und überlagern das. Ja, das heißt immer aufpassen, dass nicht seine Stärke zu 'ner Schwäche wird, einfach dadurch, dass man nur noch auf diese Stärke schaut. Das ist das sogenannte Paradox, was ich hier bringen wollte.
Jetzt,
zu den Dingen, wie sich manchmal zum Teil auch überraschend zu viel Empathie auch im Alltag zeigt, weil ich ja immer denke, ich fühle mit den anderen mit. Was passiert denn dann? Was, w-wie werde ich in bestimmten Situationen reagieren? Nämlich dann, wenn es, grade zum Beispiel, widersprüchliche Meinungen gibt.
Ich werde dazu tendieren, dieses Dinge zu unterdrücken und gar nicht, hochkommen zu lassen, ja. Ich tendiere dazu, lieber Dinge zurückzunehmen, anstatt, sie zu konfrontieren. Ja, noch mal, tendiere dazu. Ja, ist nicht schwarz-weiß. und deswegen kann das häufig dazu führen, dass ich Dingen ausweiche, ja.
Ich sage auch nicht nein zu bestimmten Dingen, ja. Ich will ja mitfühlend sein oder beziehungsweise ich fühle immer, dass ich mitfühlend bin, wenn man das so sagen kann. Und deswegen sage ich, viel zu wenig nein, ja. typisches Muster übrigens, was ich im Coaching immer wieder habe, ja, dass Personen, auch Führungskräfte unglaubliche Schwierigkeiten haben, klare Grenzen zu setzen, ja.
Und das fällt mir eben einfach umso schwerer, je mehr ich, auf der Empathieseite bin, ums mal so zu sagen, und das Ganze fühlt sich dann in dem Moment erst mal komfortabel an. Übrigens auch wieder wichtig: Solche Eigenschaften, die ich mir selber zuschreibe als Stärke, sind in der Komfortzone, ja.
Und alles, was dann anders ist, ist außerhalb der Komfortzone. Wenn ich jetzt jemanden, der sagt, er, der sich sehr empathisch fühlt, auf einmal sage, er soll jetzt krasse Entscheidungen treffen, die, andere vor den Kopf stoßen, dann wird das sehr schwerfallen, ja. Ist aber manchmal notwendig, ja. Und, dann weiche ich eben aus und werde statt, das Team voranzubringen, dem Team nicht helfen.
Und was dann übrigens auch passiert: High Performers, die ich im Team habe, ja, wenn ich die habe, sagen eher: „Das ist mir hier zu wischiwaschi, ja. Das führt uns nicht richtig weiter“, ja. Nochmals, alles dann Salz der Suppe, wenn es zu viel ist, ne. Nochmals, ich rede ja nicht von Empathiefreiheit, das wollen wir ja nicht, ne.
Also ist ganz klar, wie bei all diesen Eigenschaften, ne. Die richtige Dosis noch mal. Hatte ich ja skizziert, ne, die richtige Dosis zu haben, ja. jetzt kommen wir ein bisschen, was denn
die eigentliche Funktion von Führung ist und das hatte ich eben eingangs auch schon gesagt, ist ja, ein, ein, ein Team auf eine Vision hinzubewegen.
Ja, ich muss erst mal dazu 'ne Vision haben: Wo wollen wir denn sein als Team oder auch als Unternehmen, aber auch für ein Team? Wo wollen wir in zwei, drei Jahren sein, wo wir heute nicht sind? Und was müssen wir dafür entwickeln, dass wir da hinkommen? Ja, das könnte sein, dass unsere Produktivität massiv steigen sollte.
Dass wir nur noch 'n, 'n Team haben, wo jeder Freude hat, jeden Tag zur Arbeit zu kommen. dass wir 'n Team haben, das, die Kunden viel besser befriedigt als bisher, das innovativer ist, was auch immer. Das ist alles visionär, ne? Also sagen wir, alles, was ich sage, das kann besser werden. Also es kann mir hier keiner kommen und sagen: „Unser Team ist perfekt.
Ich will das nicht ändern." Da wär das übrigens 'n Punkt, wo ich sagen würde, dann sollte Vision mal sein, das zu ändern, ja, und 'n bisschen mal aus der Komfortzone zu locken. Da bist du viel zu komfortabel. Ja, ja. ganz wichtiger Punkt dabei: Ein Leader, der das macht, eine Führungsperson, die dafür sorgt, dass das Team sich weiterentwickelt, vorankommt, eine Vision erreicht, kann nicht immer von allen gemocht werden.
Er oder sie muss nämlich Entscheidungen treffen, die nicht immer allen gefallen. Das ist 'n ganz wichtiger Punkt und das gehört zur Leadership dazu. Das ist das Schmerzensgeld, was ich bekomme dafür als etwas höheres Gehalt, dass ich so etwas aushalten können muss, ja. Ich muss auch Dinge vertreten, wo ich vielleicht selber sage: „Oh, das würd ich so nicht machen", weil die eben von oben so kommen und ich muss die für das Unternehmen so vertreten.
Absolut, das sind Dinge, da steht mir dann zu viel Empathie total im Weg. Ich werd dann natürlich unglaubliche Schwierigkeiten damit haben, in mir diese Widersprüche haben und sagen: „Ja, ich will doch aber so rüberkommen und jetzt kann ich so nicht agieren." Deswegen ist wirklich zu hinterfragen. Wichtig:
Werkzeuge und Ziele nicht zu verwechseln.
Ziel ist, das Team voranzubringen im Sinne des Unternehmens auf eine Vision hinzuentwickeln. Das hatte ich gesagt. und dafür gibt es verschiedenste Werkzeuge. Zum Beispiel auch Klarheit der Ziele, das ist 'n anderes Thema. Das hab ich auch in diversen anderen Videos hier. solche Dinge, ne? Und wie ich das Team enable und empower wie ich dem mehr zutraue, wie ich Vertrauen stärke und so weiter und wie ich auch mal durchaus bestimmte Eigenschaften von mir selber hinterfrage.
Eine Testfrage, ganz einfach: Führt meine Rücksicht, die ich aufgrund von Empathie habe führt diese Rücksicht gerade zu besseren Ergebnissen für alle oder eher zu nicht so guten Ergebnissen? Meistens ist es das Zweitere übrigens, ja. Schon klar. aber eben, deswegen die richtige Dosis von dem, unbedingt einsetzen, ganz, ganz entscheidender Punkt.
wie du daran arbeitest, die richtige Balance zu finden, dazu habe ich ein eigenes Video gemacht. Das ist mein Next Level Success Modell, wo ich da durchführe, was man denn tun muss, um da aufs nächste Level zu kommen. den Link findest du hier irgendwo auf dieser Seite.
Bitte einfach raufklicken und dann sehen wir uns dort. Bis dann.
Ciao.