61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland schätzen ihr eigenes Burnout-Risiko als mittel oder hoch ein. Das zeigt eine aktuelle Studie der Pronova Betriebskrankenkasse aus diesem Jahr. Die Lösung, die du überall hörst: weniger arbeiten, mehr Pausen, besser abschalten, mehr Verständnis füreinander und solche Dinge.
Ich sag dir, nach fünfzehn, zwanzig Jahren Praxis, das greift fast immer zu kurz. Aus meiner Erfahrung, Burnout bei Führungskräften kommt selten von zu viel Arbeit. Praktisch nie. Es kommt aber davon, dass man arbeitet und keine Perspektive mehr sieht. Heute zeige ich dir, was wirklich dahintersteckt und was du konkret dagegen tun kannst.
Ja. Und zwar, starten wir mit einer persönlichen Beobachtung. Das kommt also nicht von ungefähr. ich habe relativ viel zu tun selber. Also bei mir selber ist das ja auch so. Overwhelm ist fast ein Normalzustand bei mir. Ja, vielleicht kannst du dich damit verbinden. Aber wirklich schlecht fühle ich mich und habe ich mich gefühlt und das kommt tatsächlich vor, natürlich, nur in einem Moment, wenn in dem Moment die Perspektive nicht mehr klar ist.
Das ist das Einzige. Ja. Denn, wenn ich trotz aller Bemühungen eine Weile keinerlei Erfolg sehe oder die richtige Richtung wahrnehme, dann ist das schwierig. Und das kann wirklich zu Frustration, vielleicht sogar in Richtung Burnout gehen. Das hatte ich schon so fast. Ich hab's nie offiziell diagnostiziert, aber es kann natürlich in die Richtung gehen.
Das Entscheidende ist aber nicht, weniger zu arbeiten. Das Entscheidende ist, sich wieder 'ne Perspektive zu geben. Da gibt's verschiedene Wege dazu. Ich komm auch heute etwas dazu und gebe dazu einige ganz konkrete Tipps, was du denn tun kannst. Ja. ich sehe eben das genau bei vielen Führungskräften.
Deswegen halte ich das Thema eben für so relevant. übrigens, wenn du nach diesem Video vielleicht mal das Gespräch suchst und sagst: "Da sollten wir uns mal drüber unterhalten, was man da tun kann", bitte gerne melde dich bei mir. Du findest 'nen Link auf, für einen Gesprächsslot bei mir hier unter diesem Video oder in der Podcast-Folge.
Also starten wir mal rein, was das denn konkret bedeutet. Ich geb mal 'ne Klassifizierung. Also wenn ich mir das anschaue, kann man ja zwei Achsen bilden. Nämlich das eine, ist die Arbeitsmenge. Ja, hier, hier. Arbeitsmenge und das andere ist Sinn und Perspektive. Ich stell die mal bewusst gegenüber, weil das genau die These ist, die auch nicht weit hergeholte These, dass die zusammenhängen, also dass es beide Faktoren gibt.
Und jetzt geh's mal durch. Jetzt hat man natürlich sowohl viel als auch wenig Arbeitsmenge und man hat viel und auch wenig Perspektive. Ja. Und wenn ich jetzt mal das Erste anschaue und wegnehme, dann ist das das berühmte Bore-out. Nämlich wenn ich wenig Arbeitsmenge hab und keine Perspektive, dann ist das, was eben als Bore-out bekannt geworden ist.
Ich langweile mich fast zu, nicht zu Tode, das stimmt nicht, aber ich, ich langweile mich. Ja, ich hab nie genug zu tun. Ich war auch schon mal in so 'ner Situation. Irgendwo Jobs früher als Student oder irgendwie so was. wo man sagt: Ich weiß, es ist total frustrierend, ja. Und es kann tatsächlich ähnliche Symptome haben wie 'n Burnout.
Das ist so, ich hab eben keine Perspektive und ich hab auch nicht mal etwas zu tun, ja. Ist 'n ganz schlechtes, schlechtes, schlechter Quadrant, in dem man dort ist, ja, im Bore-out. Dann gibt es natürlich das, dass ich viel Arbeitsmenge habe und auch wenig Perspektive. Und das ist das, was ich eben nenne, im Prinzip mal so überschrieben, das ist eigentlich Befehlsempfänger.
Also ich bin jemand wie ein fleißiges Lieschen. Ich arbeite, ich arbeite, ich arbeite, aber ich seh eigentlich gar nicht warum, ja. Also bau die Steine, bau die Steine, bau die Steine, aufeinander und hinterher zerstören wir das alles wieder. Sisyphus, ne, arbeite ich. Bring den Stein den Berg hoch und dann rollt er wieder runter.
Das ist das. Viel Arbeit. Sehr, frustrierendes Thema und das kann tatsächlich in Richtung Burnout gehen, ne. Also wenn ich das immer weitermache, keine Perspektive, das ist eben das hier. Wenig Perspektive, kein-- Dann hab ich 'n Burnout-Risiko, aber nur an der Stelle. Und das hat halt nichts alleine mit der Arbeitsmenge zu tun, sondern das Wichtigste daran ist eben, dass ich keine Perspektive hab.
Und jetzt gibt es den Quadranten natürlich wenig Arbeitsmenge und viel Perspektive. Das seh ich übrigens sehr selten. Das ist, schwer zu finden, weil normalerweise, also ich nenn das entspannt, da bin ich nämlich sehr entspannt und sage: "Hab eigentlich nix zu tun, aber ist cool, was ich hier mache." Ja. sehr häufig ist das dann so.
Das führt dann praktisch automatisch bei fast allen Menschen dazu, dass ich meine Arbeitsmenge erhöhe und dann hier in den rechten Quadranten gehe. Also es gibt kaum jemand, der sehr lange in diesem linken oberen Quadranten bleibt, weil ich seh ja sehr viel Sinn und Perspektive in dem, was ich tue. Dann sind wir automatisch dabei, dass wir mehr tun.
Und da kommen wir halt in die rechte Seite hinein und da sind wir hochmotiviert. Ja, können wir sogar sagen, hochmotiviert, bringen wirklich was, keinerlei Burd-- Burnout-Erscheinung. Wir arbeiten viel, und es macht Spaß. Ja, hier ist Spaß bei. Spaß, Freude. Ja, das ist das. Übrigens gilt das Gleiche auch für ganze Teams, ne.
Also die sollten sich in dem Quadranten befinden. viel Arbeit ist gut, wenn es denn 'ne Perspektive hat, ja. Und wir sind auch selber verantwortlich für diese Perspektive. ich hab das übrigens in der Praxis auch tatsächlich nicht nur bei mir selber, sondern auch gesehen, weil ich war ja bei SAP fast zehn Jahre.
SAP Schweiz, damals unglaublich boomend in dem Markt, Anfang des ersten Jahrzehnts, das 2000er-Jahrtausends. Und, das war so einige Leute, natürlich, haben wie verrückt gearbeitet. Soweit ich das aber immer wahrnehmen konnte, gesehen hab, auch wenn man sich persönlich unterhalten hat, waren das grade die Leute, die am, am Lock-lockersten waren, am Am entspanntesten, am, am, cheerfullsten oder wie man sagen will, ja.
Und, die Leute, die eher so sagen: „Uh, ja, da weiß ich nicht“, die sind eigentlich immer-- das waren nicht die Leute, die unbedingt am meisten Arbeit haben. Das waren aber die, die mit Sicherheit am wenigsten Sinn in dem gesehen haben, was sie da machen, ja. Also das heißt immer die Frage: Wofür arbeitest du, ja?
übrigens gibt's noch 'ne andere Studie von DDI, Global, Leadership Forecast, DDI, 2025. Einundsiebzig Prozent, der Führungskräfte fühlen sich gestresster als je zuvor. Aber eben: Stress ist nicht Burnout, ja. Stress kann viele verschiedene Facetten haben, ja. Jetzt komme ich mal dazu, um es noch ganz praktisch zu machen.
drei Grundursachen noch mal zusammengefasst, ja. Ist ein bisschen, was ich schon skizziert hatte, aber noch mal zusammengefasst in drei grobe Grund-, -ursachen und drei Hebel, wie du damit umgehen kannst. Also gehen wir hier mal rein. Die drei großen Ursachen, ja, und da setze ich jetzt natürlich drauf auf, was ich, was wir jetzt gerade schon gesagt haben, ist die fehlende Perspektive, ist Nummer eins.
Fehlende Perspektive, ja. Ich weiß nicht, was das alles bringt. Was bringt mir das? Was soll das alles? Ja, und die sehe ich tatsächlich immer wieder, wenn ich mit Führungskräften auch zu tun habe, um besser zu werden, ist, St-- Also erzeuge mehr Perspektive. Sagen wir's mal so, ja. das kann man auf verschiedene Art und Weisen machen.
überhaupt mal die Augen dafür zu öffnen, ist oft schon ein Thema, dass ich mal sage: „Ja, okay, lass uns mal drüber reden. Was willst du denn überhaupt? Was ist deine Vision? Wo willst du denn hin? Was ist denn das Ideale, was hier herauskommt?“ Und so weiter, ja. Dann der zweite große Aspekt ist, dass ich keine, Kontrolle habe oder zumindest das Gefühl, keine Kontrolle zu haben.
Also ich bin im Hamsterrad. Ja, das ist, es läuft sowieso, ob ich was tue oder nicht, es läuft einfach weiter. Ich kann's gar nicht kontrollieren, also die Geschwindigkeit nicht. Deswegen gehe ich so ger-- ungern auf 'n Lunapark und fahr diese wilden Sachen. Würde mir auch nicht gefallen, weil ich hab das Gefühl, wenn man da drin sitzt, man kann ja nichts mehr kontrollieren.
Also das ist so, gut, aber das nur am Rande, Fußnote. Tatsächlich, ist das normalerweise aber nicht gut im Leben, ne, wenn ich zu lange das Gefühl habe, ich kann nichts kontrollieren, ja. Wir alle wollen Autonomie haben. Wir wollen etwas kontrollieren, wir wollen etwas selber in der Hand haben. Das ist zutiefst menschlich, ja.
Ganz wichtiger Punkt. Und dann, ganz wichtig: Die Rolle passt nicht. Der dritte große Punkt, also eins, zwei, drei: Die Rolle passt nicht zur Identität. Und da aber ein ganz großes Achtung. Ein ganz großes Achtung. Denn die, die Identität ist nicht festgenagelt, ja. Die Identität kann ich anpassen. Ich kann auch meine Identität der Rolle anpassen.
Das macht auch übrigens jeder. Also jeder, der Eltern wird, ja, Vater, Mutter et cetera. Man passt, man ändert seine Identität an. Man ist dann auf einmal ein Elternteil und, hat 'n ganz anderen Sinn hinter vielem, ja. Und dann ändert man die. wenn man Schauspieler ist, natürlich sowieso, von Berufs wegen.
Aber auch, wir haben unterschiedliche Identitäten, je nachdem, wo wir uns in der Lebenssituation befinden. Das ist normal übrigens, ja. Also nicht, dass heißt: Oh, es passt nicht zu meiner Identität. Ich muss meine Identität erst finden- Ist Quatsch. Du gestaltest die. Ja? Und deswegen ist es manchmal 'ne Ausrede und sagen: „Ja, die Rolle passt nicht dazu."
Ja, dann finde Gründe, warum sie passt. Aber sehr wohl, wenn das lange 'ne Diskrepanz ist zwischen dem, was ich tue und dem, was ich wirklich sein will, sagen wir's mal so, dann wird es wirklich anstrengend und dann kann es eben in Richtung, Burn-out gehen. Ja? Das ist tatsächlich so, wenn das, diskrepant ist.
Aber eben, da kann man dran arbeiten. Eben vor allem, dass man die eigene Identität mal hinterfragt, ja, und natürlich auch die Rollen. Okay, gut, jetzt kommen wir mal zu den, von den, zu, zu den drei, Hebeln, was du tun kannst. Drei Hebeln, die du hier rechts siehst. Ja? Also, ganz wichtig, was ich eben schon gesagt hab, noch mal überggeleitet: Es ist, die große Überschrift da drüber ist Eigenverantwortung.
Ich selber habe eine Verantwortung, nicht in diese Situation zu kommen. Und das klingt jetzt immer brutal und ich weiß, vielleicht bekomme ich dazu Kommentare von Psychologen und sagen: „Nein, das kann doch nicht sein. die Person ist da hingetrieben." Ja, da bin ich aber schon bisschen auf, 'ner anderen Seite.
Also wir haben ganz viel Eigenverantwortung, dass wir uns da hängenlassen und da reintreiben lassen. Es gibt natürlich Extremsituationen, wo wirklich durch Schicksalsschläge man da reinkommt. Absolut. Die sind aber aus meiner Sicht nicht die Mehrheit derjenigen, die sogenanntes dann Burnout claimen, ne. Also sagen, dann nehm ich doch mal Verantwortung dafür und ändere das.
Also ich spreche da aus eigener Erfahrung, übrigens als Unternehmer, was soll ich denn, soll ich sagen: „Oh, ich bin jetzt im Burnout, ich arbeite jetzt drei Monate nicht." Na ja, da wird sich das Konto nicht gerade freuen, ne, also sozusagen. Und insgesamt, passt es einfach nicht, ne. Dann sag ich mir: „Nee, da musst du mal was daran ändern."
Ne? Und das gelingt auch immer. Ist immer gelungen und das ist auch super so. Also, drei konkrete Tipps, was du machen kannst, wenn du Eigenverantwortung übernommen hast. Also den erste ist natürlich, den Sinn aktiv klären. Ja, dass ich selber sage: „Okay, was ist, was könnte denn der Sinn sein von dem Ganzen?"
Könnte man sich mal fragen. Okay, im Moment scheint mir das sinnlos, was ich hier mache, aber was könnte ein Sinn sein? Es könnte sein, zum Beispiel, dass ich gerade lerne, dass ich grad mein Leben weiterentwickele, dass ich grad auf 'ne nächste Stufe komme und deswegen ist das im Moment grad schwierig. Das könnte der Sinn sein.
Ja, zum Beispiel. Oder irgendwas anderes. Ja. Ich tue vielleicht anderen Gutes. Ich selber sehe zwar in meiner Rolle nicht viel, aber schau mal, da sind zwei, drei andere Leute, denen ich neulich geholfen hab dadurch, ne, und die können, haben dadurch ein besseres Leben. Könnte auch sein. Was auch immer. Ja? Sinn kann aus ganz vielen Ecken kommen natürlich.
Dann zweitens, ganz wichtig: Fokus schützen. Ja? Dass ich eben sage, ich verzettel mich nicht, weil dadurch geht Orientierung verloren. Wenn ich keinen Fokus habe, dann geht Orientierung verloren. Ja, dann kann ich nicht fokussieren, dann bin ich überall und das ist frustrierend. Dann bin ich wieder verzettelt und, verliere Kontrolle.
Also dann geht das genau da rüber auf die andere Seite, Kontrolle wird verloren, ke-eben keine Kontrolle mehr. Ja? Das ist, das Entscheidende dabei. Ja? Und dann, das Nächste noch, das Dritte, der dritte große Punkt wird auch oft übersehen: Umfeld gestalten. Umfeld gestalten. Damit meine ich alles, was im Umfeld ist.
Das sind vor allem natürlich Personen, es sind aber auch sonstige Rahmenbedingungen. Alles, was dazugehört, was du gestalten kannst. Ja. Und, da ist auch wieder Eigenverantwortung gefragt, ja. Ich kann vieles an dem ändern in der Situation, was da ist, dann mach es doch einfach anders. Also, wenn jetzt jemand, sagt: „Okay, ich, ich kann, ich kann da nicht konzentriert arbeiten, da kommen immer alle und das, das nervt mich total“, sage ich: „Geh in eine andere Umgebung.
Na, geh raus, dass die Leute dich nicht sehen.“ Das ist übrigens eine Standard-Coaching-Empfehlung, so einfach. Sag: „Verlass das Büro.“ Wenn das denn geht, also wenn das relevant ist, ist ja meist nicht für Burnout relevant jetzt, aber nur als Beispiel. wir können sehr viel an dem Umfeld ändern. Auch Personen, die uns immer nerven, dass wir die nicht immer zu viel bei uns, denen zu viel Platz geben, ja.
Also das sind, die drei, großen Ursachen und die drei großen, Hebel, woran du was ändern kannst und dass du selber für Eigenverantwortung hast. Also es ist kein Schicksal, das ist, nie die Folge von zu viel Arbeit. Das ist die Folge davon, dass man sich selbst nicht mehr richtig führt und sich selber nicht die Perspektive sucht, ja.
wenn du eben, wie gesagt, das mal vertiefen willst und, äh, für dich selber oder du kennst jemanden, bei dem das ist, dass wir mal drüber unterhalten. Du findest hier 'n Link für ein Gespräch. Und wenn du übrigens, verstehen willst, wie du als Führungskraft deinen Fokus systematisch schützt, weil das ist ja ein Bestandteil davon, hatten wir ja gerade, dann schau dir direkt das nächste Video an.
Ein erfolgreich trotz Gegenwind, mhm. Ist ja oft so die Drei-Schritte-Formel. Da habe ich das mal zusammengefasst. Findest den Link hier links oder rechts oben und dann sehen wir uns dort. Bis dann. Ciao.