Es gibt einen Satz den ich von Führungskräften ständig höre Ich würde mich ja gerne mehr um Führung kümmern aber im Moment ist einfach zu viel operativ zu tun. Das Problem ist, dieser Moment hört nie auf. Das sage ich auch immer im Coaching. Es gibt immer ein Projekt, es gibt immer ein Problem, es gibt immer ein Meeting, was man noch machen muss und was wichtig ist und der Kunde hat angerufen.
Wenn man darauf wartet, dass plötzlich Zeit für Führung entsteht Wartet man sehr, sehr lange. Denn Führungszeit entsteht nicht von selbst. In diesem Video schauen wir uns drei Dinge an. Erstens was Führung im Kern überhaupt bedeutet und weil genau dort oft schon das erste Missverständnis liegt. Gar nicht so trivial.
Zweitens warum so viele Führungskräfte trotz voller Tage kaum Zeit für diese eigentliche Führungsarbeit haben. Und drittens, 5 Sehr konkrete Hebel mit denen du wieder Raum für Strategie Teamentwicklung und echte Führung schaffen kannst. Ist gar nicht so trivial. Bevor wir über Lösungen sprechen, lohnt sich ein kurzer Blick auf eine Situation, die viele Führungskräfte nur zu gut kennen.
Stell dir einen ganz normalen Morgen vor. Du kommst ins Büro oder wo auch immer dein Arbeitsplatz ist und setzt dich an den Rechner und hast dir eigentlich vorgenommen, heute einmal die wirklich wichtigen Themen zu gehen und vielleicht ein paar strategische Fragen zu durchdenken, vielleicht Zeit für ein gutes Gespräch mit einem Mitarbeiter, vielleicht aber auch einmal in Ruhe überlegen, wo das Unternehmen oder dein Team überhaupt in den nächsten zwei oder drei Jahren stehen soll.
Der Kalender lässt das sogar zu, nimm mir das mal an, das ist sehr selten so, aber du hast es sogar blockiert. Du startest den Tag und öffnest kurz deine E-Mails. Da ist eine Nachricht von einem Kunden, bei dem etwas nicht sauber läuft, du antwortest schnell, zwei Minuten, da kommt eine Rückfrage aus einem Projekt, eine Entscheidung wird gebraucht du schaust kurz drauf und gibst eine Richtung vor, na klar, geht ja auch ganz schnell, das mache ich auch noch schnell, dann meldet sich aber jemand aus dem Team mit einer Frage bei der deine Erfahrung hilft, also klärst du das auch kurz, weil was soll der arme Kerl denn sonst machen und wenn man ehrlich ist, Fühlt sich das in diesem Moment ziemlich gut an sagen, ja, ich werde was gebraucht.
Man ist hilfreich man ist schnell, man löst Probleme. Innerhalb kurzer Zeit sind mehrere Dinge geklärt die sonst vielleicht den ganzen Tag blockiert hätten. Kann ja sein. Das gibt sofort das Gefühl von Wirkung und Bedeutung und genau darin liegt die Falle Also operative Arbeit gibt unmittelbares Feedback.
Man sieht sofort, dass etwas schnell vorangeht Strategie Teamentwicklung oder Zukunftsarbeit funktionieren ganz anders. Das ist das Thema. Diese Dinge sind langsamer, weniger greifbar. Ihre Wirkung zeigt sich oft erst Monate später. Deshalb gewinnt im Alltag fast immer das Operative. Wir sind so programmiert unser Gehirn funktioniert so.
Wenn man das eine Zeit lang so macht, passiert etwas sehr typisches. Der Kalender wird voller, die Themen werden mehr und irgendwann merkt man dass extrem viel gearbeitet wird, aber erstaunlich wenig Zeit für das bleibt, was Führung im Kern ausmacht. Worauf ich fokussiere, das vermehrt sich halt. Und genau an dieser Stelle beginnt eben das Zeitloch der Führung.
Die spannende Frage ist natürlich, wie kommt man da wieder raus aus diesem Loch, aufhören zu graben. Es gibt nicht den einen großen Hebel, der sofort alles verändert. Es gibt einige kleine, sehr konkrete Stellschrauben, mit denen du Führungskräfte Schritt für Schritt Wieder mehr Raum für echte Führungsarbeit schaffen.
Ich zeige dir fünf davon, fünf dieser Hebel, und am Ende noch einen zusätzlichen Perspektivwechsel, mit dem du dieses Zeitloch wieder schließen kannst. Also fangen wir mit dem ersten an Nummer eins Klarheit über den eigenen Führungsauftrag klingt so trivial, ist es aber gar nicht. Viele Führungskräfte glauben, sie hätten ein Zeitproblem.
Wenn man genauer hinschaut steckt dahinter häufig aber ein Rollenproblem, denn Führung besteht im Kern aus zwei großen Aufgaben: Erstens die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens oder des Teams und zweitens eben, also die strategische Weiterentwicklung und zweitens die Entwicklung des Teams zu einem starken leistungsfähigen Team, Gewinnerteam, wie ich das nenne.
Über diese beiden Hebel entsteht langfristige Wirkung. In der Praxis sieht der Alltag allerdings oft ganz anders aus. Ein großer Teil der Zeit geht für operative Themen drauf, wie wir schon eingangs sagten Abstimmung, Detailentscheidung Probleme lösen und so weiter. Und wenn man sich dann aber fragt wo Führung wirklich Wirkung entfaltet, dann liegt sie fast immer in Strategie und Teamentwicklung Ja, und je nach Rolle sollte ungefähr, ich sage mal, 50 bis 80 Prozent der Zeit genau in diese beiden Themen fließen.
Allein diese Klarheit verändert schon viel, denn plötzlich wird sichtbar, warum sich der Alltag häufig so überfüllt anfühlt. Ein zweiter Hebel, der in vielen Organisationen erstaunlich viel Zeit freisetzt, sind Meetings. Viele Kalender von Führungskräften sind heute fast komplett ausgestattet Mit Besprechungen gefüllt.
Viele. Und wenn man ehrlich hinschaut, es sind nicht wenige davon entweder unnötig oder deutlich zu lang. Meetings die auch nur überzogen wurden. Eine einfache Frage hilft oft weiter. Was würde eigentlich passieren, wenn ich an diesem Meeting nicht teilnehmen würde? Oder wenn ich das gar nicht durchführen würde.
Was würde wirklich passieren? In vielen Fällen lautet die ehrliche Antwort nicht besonders viel. Eine sehr wirksame Praxis besteht deshalb darin Meetings konsequent zu reduzieren. Das kennst du wahrscheinlich. habe mal gesagt, zum Beispiel nur teilnehmen, wenn eine Entscheidung wirklich benötigt wird.
Treffen wir eine Entscheidung. Standard-Meeting-Zeiten halbieren, statt 60 Minuten lieber 25 Minuten ansetzen. Viele Führungskräfte gewinnen allein durch diesen Schritt mehrere Stunden pro Woche zurück. Der nächste Hebel. Dritte liegt in der Art, wie Führungskräfte mit operativen Fragen umgehen. In vielen Teams laufen Entscheidungen.
Automatisch nach oben. Mitarbeitende stellen eine Frage und die Führungskraft gibt die Antwort. Kurzfristig wirkt das offiziell effizient aber langfristig entsteht dadurch jedoch ein Muster, bei dem immer mehr Themen auf dem Tisch der Führungskraft landen Das sehe ich wirklich immer wieder. Eine kleine Veränderung kann hier sehr viel bewirken.
Statt sofort eine Antwort zu geben, kann man zum Beispiel zurückfragen, was würdest du vorschlagen oder welche Möglichkeiten sähst du denn Damit bleibt die Verantwortung im Team, also bei der anderen Person, gleichzeitig entsteht Raum für eigenständiges Denken. Dieser Effekt zeigt sich oft nicht sofort, aber nach einigen Monaten entsteht deutlich mehr Selbstständigkeit im Team.
Man nennt das dann auch Empowerment, wenn man es wirklich konsequent durchführt. Und automatisch hast du dann mehr Zeit für deine eigene Führung. So, der vierte Hebel, kommen wir zum vierten Hebel. Zeit für Führung bewusst im Kalender blockieren. Prinzip ganz einfach, sehr taktisch. Ja, Zeit für Führung entsteht selten von selbst.
Wie gesagt, man ist operativ immer eingebunden. In meisten Organisationen wird sie aktiv vom Tagesgeschäft verdrängt. Deshalb ist es hilfreich, im Kalender bewusst Zeitfenster für Führung zu reservieren. Ganz klar Blöcke eintragen. Zum Beispiel zwei feste Zeitblöcke pro Woche, in denen es ausschließlich um strategische Themen oder Teamentwicklung geht.
Diese Zeit, Man muss nicht immer komplett durchgeplant sein, also oft reicht es schon, Raum zum Denken zu schaffen und diese Zeiten auch zu schützen. Viele der wichtigsten strategischen Gedanken stehen eben nicht im Meeting, sondern in ruhigen Momenten in denen man Abstand zum Tagesgeschäft bekommt oder unter der berühmt-berüchtigten Dusche am Morgen.
Kommen wir zum fünften Hebel, Nummer fünf. Den Tag bewusst strategisch beginnen. Ein entscheidender Moment für Führung ist der Start in den Tag. Viele Führungskräfte beginnen morgens schon mit E-Mails reaktiv also Nachrichten Rückfragen. Damit ist man innerhalb weniger Minuten im Reaktionsmodus Eine kleine Veränderung kann ja sehr viel bewirken.
Stattdessen kann man sich am Anfang des Tages kurz fragen, welche drei Ergebnisse Sollen heute wirklich entstehen Also was macht diesen Tag erfolgreich? Und idealerweise ist mindestens eines davon irgendwie ein strategisches Thema. Diese wenigen Minuten Klarheit oder manchmal ist es auch weniger, verändern häufig den gesamten Tagesaufbau.
Einfach aufschreiben. So, und jetzt habe ich noch einen wichtigen Perspektivwechsel zum Thema Führungserfolg, der ganz entscheidend ist und das alles untermauert Und das betrifft die Frage, woran Führungskräfte ihren eigenen Erfolg messen Viele messen ihren Erfolg daran, wie viele Probleme sie gelöst haben, wie viele Meetings sie hatten oder wie viele Themen sie persönlich entschieden haben.
Das passiert häufig unbewusst dieses Messen. Diese Maßstäbe fördern eben aber genau ein Verhalten, das das Zeitloch der Führung entstehen lässt. Hilfreicher sind andere Fragen, zum Beispiel wie viele Entscheidungen trifft mein Team ohne mich, wie viele Mitarbeitende Teammitglieder entwickeln sich sichtbar weiter ohne mich und wie viele strategische Themen wurden tatsächlich angestoßen.
Diese Perspektive verschiebt den Fokus automatisch von operativer Aktivität hin zu echter Führung und genau an dieser Stelle funktioniert Da taucht ein Thema auf, das viele Führungskräfte sehr gut kennen. Selbst wenn man sich Zeit für Führung nimmt, selbst wenn man Meetings reduziert Verantwortung stärker ans Team gibt, viele Führungskräfte haben trotzdem das Gefühl permanent im Reaktionsmodus zu arbeiten.
E-Mails kurzfristige Themen, spontane Anfragen wir hatten es schon gesagt und ständig neue Themen, sorgen eben dafür, dass dein Tag fremdgesteuert wird. Wenn dich das interessiert dann schau dir unbedingt das nächste Video an, Führung im Dauerstress, so kommst du aus dem Reaktionsmodus in den Gestaltungsmodus Ja, ganz wichtiges Thema.
Es geht genau darum, um die Frage, also du findest übrigens das Video hier irgendwo rechts oder links oben, wie kommt man als Führungskraft aus diesem dauerhaften Reaktionsmodus wieder heraus und stärker in eine strategische Gestaltenrolle. Klick einfach auf das Video und dann sehen wir uns dort. Bis dann.