Wenn du mit deinem Führungsteam einen Strategieworkshop machst, gibt es am Ende eigentlich nur zwei Möglichkeiten.
Entweder ihr geht aus diesem Raum mit klarer Richtung, klaren Prioritäten und konkreten Initiativen oder ihr geht raus mit vollen Flipcharts vielen Diskussionen und drei Wochen später arbeitet jeder weiter wie bisher.
Und genau deshalb sagen viele Führungskräfte irgendwann, Strategieworkshops bringen ja nicht eigentlich viel. Aber das stimmt nicht. Der Unterschied liegt fast nie im Team. Der Unterschied liegt im Aufbau des Workshops. Und wenn ein Strategie-Workshop richtig vorbereitet und richtig geführt wird, kann ein einziger Tag tatsächlich die Richtung eines Unternehmens für Jahre verändern.
Und genau darum geht es in diesem Video. Ich zeige dir erstens wie du einen Strategie-Workshop so vorbereitest, dass ihr nicht mit 100 Analysen startet sondern mit der einen entscheidenden Frage, die wirklich zählt 2. Es geht darum, wie du im Workshop die entscheidenden Eckpunkte einer Strategie entwickelst, sodass am Ende nicht nur gute Diskussion entsteht, sondern eine Richtung, die wirklich hängenbleibt und verfängt.
3. Kümmern wir uns darum, wie du dafür sorgst, dass aus diesem Workshop konkrete Initiativen und echte Umsetzung entstehen statt eines Dokuments herauszufinden Das danach niemand mehr anschaut. Denn genau daran scheitern die meisten Strategie-Workshops. Aber bevor wir darüber sprechen, wie ein guter Strategie-Workshop funktioniert und wie man ihn vorbereitet, stelle ich dir kurz folgende Situation mal vor als Analogie.
Du steigst mit deinem Führungsteam in ein Auto, alle sind motiviert alle wollen losfahren, aber niemand hat entschieden, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Das ist absurd, oder? Ja Also fangt ihr an zu diskutieren. Welche Straßen gibt es? Wie ist der Verkehr? Welche Route könnte schneller sein? Das Problem ist offensichtlich, solange niemand entschieden hat, wohin ihr überhaupt wollt, bringt auch jede Diskussion über die Route euch nicht wirklich weiter.
Und genau deshalb laufen so viele Strategieworkshops ab. Genau so. Es wird über Märkte gesprochen, über Wettbewerbe über Projekte über die Zentrale Aber die zentrale Frage bleibt ihm oft ungeklärt. Welche Zukunft wollen wir eigentlich gestalten? Und genau deshalb braucht ein Strategie Workshop eine sehr klare struktur Und hier ist etwas, das ich in unglaublich vielen Unternehmen sehe, wenn Führungsteams anfangen über Strategie zu sprechen, da beginnt das Gespräch fast immer mit Analyse Da werden Marktstudien gezeigt, Wettbewerber analysiert, es gibt SWOT-Analysen Kennzahlen und Präsentationen ohne Ende.
Und das ist an sich nicht falsch, aber ich habe in meinem Strategie-Workshop gesehen, da hatte jemand tatsächlich über 30 verschiedene SWOT-Analysen vorbereitet. 30! Und das Ganze in Schriftgröße 8 oder 10, wie auch immer. Sonst passt es ja auch nicht auf die Folien. Wir haben Stunden damit verbracht, diese Analysen durchzugehen.
Also im Vorfeld. Weil ich dabei war, haben es nicht im Workshop gemacht. Irgendwann habe ich ihm aber dann schon die Frage gestellt, wo wollen wir überhaupt hin? Und das ist genau das, was die Leute dann zum Nachdenken bringt. Denn diese Frage, die war gar nicht beantwortet. Und genau hier liegt eben der Denkfehler, den ich in sehr vielen Strategieprozessen sehe.
Und wenn du ihn erkennst verändert das sofort die Qualität solcher Workshops, das ist so entscheidend. Strategie wird oft wie eine Analyseaufgabe behandelt, aber Strategie ist in Wirklichkeit etwas anderes. Strategie ist eben, wie auch schon angedeutet die Entscheidung über die Zukunft, die ich gestalten will, die wir gestalten wollen.
Und da geht es erstmal darum zu verstehen, was heute ist. Darum zu entscheiden, welche Zukunft wir gestalten wollen, also nicht eben das, was heute ist. Wenn diese Richtung nicht klar ist, dann führen alle Analysen am Ende nur noch zu mehr Diskussionen. Vielleicht kennst du das sogar aus dem eigenen Unternehmen.
Man diskutiert stundenlang über Details, über Märkte über Wettbewerber oder über Projekte aber die grundlegende Richtung, die bleibt unscharf. Genau deshalb beginnt ein guter Strategie-Workshop nicht mit einer Analyse, sondern mit Klarheit über die Zukunft. So, damit kommen wir zu dem Teil, der am meisten unterschätzt wird.
Die Vorbereitung. Da ich das jetzt schon einige Jahre mache und mit vielen, vielen Unternehmen, weiß ich da, glaube ich, wovon ich da rede. Also, wenn du diese Vorbereitung nicht richtig machst, verändert das den gesamten Workshop. Oder eben, wenn du sie richtig machst. Die meisten Menschen denken, der Strategieworkshop selbst, das sei das Entscheidende aber aus meiner Erfahrung, entstehen ungefähr 70% der Wirkung schon der Vorbereitung.
Wenn ein Workshop schlecht vorbereitet ist, kann er kaum gut werden. So weit sind wir, glaube ich einig. Deshalb gibt es ein paar Dinge, die Du unbedingt vorher klären solltest. Der erste Punkt ist überraschend einfach, wird aber oft negiert Wer sitzt eigentlich im Raum? Viele Unternehmen machen den Fehler, Strategie nur mit einer sehr kleinen Runde zu diskutieren, manchmal nur mit der Geschäftsleitung, Verwaltungsrat, Aufsichtsrat.
Das gibt ja auch Diskussionen, aber wenn man wirklich eine gute Zukunft gestalten will, ist es sinnvoll, mindestens die nächste Führungsebene einzubeziehen, je nach Unternehmensgröße. Der Grund ist einfach ganz klar, genau diese Menschen müssen ja später einen großen Teil der Strategie umsetzen. Und wenn sie an der Entwicklung beteiligt sind, passiert etwas Interessantes, das Verständnis steigt, die Klarheit steigt Und meistens steigt auch das Commitment.
Sogar immer, würde ich sagen. Das Commitment steigt immer. Und Strategie wird dann nicht etwas, das von oben beschlossen wurde, sondern etwas, das gemeinsam entstanden ist und erarbeitet ist Das ein bisschen der Ikea-Effekt, dass man Möbel als wertvoller empfindet wenn man sie selber zusammengebaut hat.
Geht jedenfalls vielen so. Und dieser Punkt wird von vielen Führungsteams massiv unterschätzt Der zweite Punkt ist noch wichtiger. Bevor ihr überhaupt zusammenkommt, sollte sich jeder Teilnehmer mit einer einfachen Frage beschäftigen und zwar, welche Zukunft könnten wir in den nächsten Jahren erreichen?
Erreicht haben oder gestaltet haben also nichts was läuft gerade gut oder welche probleme haben wir oder welche spots haben wir sondern wirklich die frage wenn unser unternehmen einige jahre nach wenn wir das nach vorne denken welches große ziel sehen wir dann überhaupt ja wo wollen wir hin wovon träumen wir und eine zweite frage die ich oft stelle ist diese warum existiert unser unternehmen Das ist so banal.
Welchen echten Beitrag leisten wir? Warum gibt es so uns? Diese Fragen öffnen den Denkraum. Genau das ist der Sinn der Vorbereitung. Man kann es auch im Workshop zu Beginn machen. Ich gebe das gern auch in die Vorbereitung. Du willst, dass Menschen anfangen über die Zukunft nachzudenken, bevor sie überhaupt gemeinsam im Raum sitzen oder eben gleich zu Beginn.
Ein dritter Punkt, der überraschend viel Unterschied macht, ist die Umgebung Das kennst du vielleicht am ehesten, ich empfehle fast immer Strategieworkshops außerhalb des eigenen Unternehmens zu machen, nicht im Büro, der Grund ist einfach, Strategie verlangt etwas anderes als operatives Arbeiten. Im Büro bist du ständig im Tagesgeschäft, das ist auch mental im Kopf dann so verankert selbst in den Sitzungsräumen Jemand klopft an die Tür, Telefon klingelt, das kann eben auch noch sogar eben passieren, E-Mails kommen rein.
Gut, E-Mails können auch reinkommen, wenn man woanders ist, aber es ist einfach leichter sich ablenken zu lassen, wenn man im Büro ist. Also Abstand vom Alltag, Abstand von Routinen ist sehr, sehr wichtig. Da fangen wirklich Menschen an, über die Zukunft zu reden, auch den Raum so, dass es eine gewisse Öffnung hat, also mit Fenstern und so weiter.
Das ist schon sehr detailliert jetzt. Kommen wir nun zum Workshop, aber selbst und der richtigen Reihenfolge Also, wenn der Workshop beginnt gibt es eine Struktur, die sich aus meiner Erfahrung immer wieder bewährt. Der eine wichtigste Punkt, eben, das ist die Reihenfolge. Viele Teams springen sehr schnell zu Maßnahmen und diskutieren Fragen wie, welche Projekte sollten wir starten was müssen wir verbessern, was müssen wir verändern?
Ist doch völlig klar, da gibt es die Wettbewerber da, da müssen wir reagieren und so weiter Da sind wir schon wieder in dieser Reaktionsdebatte drin, also, es ist zu früh. Strategie entsteht in einer anderen Reihenfolge Also ich erlebe das manchmal, wenn man da nicht aufpasst, dass dann zwei Stunden über irgendwelche Projekte diskutiert wird, also wenn ich dabei bin eben normalerweise nicht, weil ich das ja gerade verhindere, aber irgendwann merkt man dann, wofür machen wir das eigentlich alles.
Wir diskutieren über irgendwelche Projekte und an genau dieser Stelle beginnt meist die eigentliche strategische Arbeit. Deshalb lohnt es sich, diese Reihenfolge eben bewusst einzuhalten. Schritt Nummer eins, die gewünschte Zukunft klären. Der erste Schritt im Workshop ist immer die gleiche Frage, wo wollen wir überhaupt hin?
Wo wollen wir hin? Wie sieht die Zukunft aus, die wir gemeinsam erreichen wollen? Was kann ein großes Ziel sein, eine Vision, ich nenne das Vision, bin ich nicht der Einzige, für die nächsten Jahre? Oder ein sehr klares Bild davon, wie sich das Unternehmen entwickeln soll. Wie fühlt sich das an, da wo wir denn sein wollen?
Die einfache Frage ist, stell dir vor, wir treffen uns in drei Jahren wieder und sagen gemeinsam, ey, das war wirklich super, die letzten drei Jahre super erfolgreich, klasse was alles funktioniert hat. Hätten wir nie gedacht, dass wir das erreichen. Was müsste in dieser Zeit passiert sein? Was haben wir denn erreicht?
Was ist das, was macht das so super? Das bringt uns raus aus diesem normalen Denken Wir werden auf einmal so imaginativ oder wir stellen uns Dinge vor. Man denkt nicht über Probleme nach, sondern über Möglichkeiten, das wird aufgeweitet. Die Diskussion braucht oft erstaunlich viel Zeit, gerade wenn das Team noch nicht gewohnt ist, So zu arbeiten und so zu denken, dann kann dieser Teil einen großen Teil des Tages einnehmen, also dieses Visionsentwickeln.
Wenn die Richtung nicht klar ist, werden alle späteren Entscheidungen unscharf Also das ist immer wieder, was ich erlebe wenn dann so die Frage kommt, lohnt es sich so lange darüber zu diskutieren? Die Antwort ist völlig klar. Wenn wir das jetzt nicht machen, wie sollen wir denn überhaupt eine Strategie entwickeln, wenn wir uns nicht völlig einig sind, wo wir denn hinwollen Das klingt so banal jetzt, aber das wird häufig dann übersehen.
Dann der Schritt 2 ist, dass man dann eben auch strategische Fokusfelder definiert Wenn die Richtung klarer wird entsteht automatisch die nächste Frage. Welche Themen entscheiden eben darüber, ob wir die Zukunft wirklich erreichen? Es gibt eine begrenzte Anzahl von Themen, um die wir uns kümmern müssen.
Oft sind es drei Themen Manchmal vier, ich empfehle nie mehr zu haben, weil wir müssen ja diese auch umsetzen dann müssen wir Aktion ergreifen, wenn es zu viele sind, wird es einfach wieder zu komplex. Eine wichtige Kontrollfrage hilft da, wenn alles strategisch ist, dann nichts strategisch Also müssen wir sehen, was sind die wichtigen strategischen Hebel, die großen Hebel die wir bewegen können.
Und das ist Fokus. Das bedeutet, zu entscheiden, worauf wir uns wirklich konzentrieren und genauso bewusst zu entscheiden, worauf wir uns nicht konzentrieren. Was zwar irgendwie läuft, aber was gar nicht eben das Thema ist. Die Fokusfelder sind im Grunde die großen Hebel der Strategieumsetzung. Sie definieren, wo das Unternehmen seine Energie in den nächsten drei Jahren wirklich lenkt oder in den nächsten Jahren.
So kommen wir zum Schritt 3, Verhaltensstandards definieren und das ist ein Punkt Wird meist komplett übersehen. Also das ist völlig überraschend für die Leute, wenn ich sage, jetzt lass uns mal die Verhaltensstandards definieren. Das geht natürlich nicht einfach so auf Anordnung, da gibt es ein paar Tricks, wie ich das mache, aber viele Strategien scheitern eben nicht daran, dass die Idee schlecht war.
Und selbst die Fokusthemen waren vielleicht gut. Sie scheitern aber daran, dass die Menschen sich genauso verhalten wie vorher. Also wir entwickeln vielleicht eine große strategische Richtung im besten Fall, Aber im Alltag treffen wir die gleichen Entscheidungen wie immer aus Gewohnheit weil wir genauso denken wie vorher.
Zum Beispiel wollen wir jetzt stärker wachsen, da müssen wir mehr Risiken eingehen. Wenn wir aber immer genauso risiko-avers sind wie in Vergangenheit funktioniert es nicht. Wir priorisieren deswegen immer so nach der alten Methode. Und dann wundern wir uns, warum sich nichts verändert. Das ist so brutal.
Das gilt übrigens für das private Leben genauso. Die Wahrheit ist nämlich, du erreichst große Ziele wirklich nur dann, wenn sich auch das Verhalten ändert. Und genau deshalb lohnt es sich im Workshop eine unangenehme aber sehr wichtige Frage zu stellen. Wie müssen wir eigentlich denken? Und das Verhalten und Handeln damit die Strategie realisiert wird.
Welche Entscheidung müssen wir schneller treffen oder anders treffen? Wo brauchen wir mehr Verantwortung? Wo brauchen wir vielleicht mehr Mut? Das ist aber auch was. Die Diskussion kann unbequem werden, dass man sich mal darauf einigt, was in Zukunft wir nicht mehr tolerieren und so weiter. Es geht auch direkt in Gewohnheiten Denkmuster und so weiter.
An das, was im Unternehmen normal geworden ist. Aber genau da entscheidet sich später, ob Strategie nur ein Dokument bleibt oder ob sie wirklich gelebt wird. Umsetzung. Das ist der entscheidende letzte Schritt und da enden viele Strategie-Workshops auch nicht gerade richtig günstig. Es gibt Klarheit vielleicht sogar Begeisterung aber es gibt keine Umsetzung.
Ein paar Wochen später läuft dann alles wieder wie bevor. Wir haben vielleicht gute Ergebnisse genau das, was wir vorher skizziert hatten, aber es braucht halt jeder Strategieworkshop am Ende noch einen ganz konkreten Schritt für jedes strategische Fokusfeld oder Thema, sollte man sich fragen, welche konkreten Initiativen starten wir jetzt.
Was genau? Und zwar nicht irgendwann, nicht in einem Jahr, sondern jetzt, morgen. Welche Projekte bringen diese Strategie wirklich ins Rollen Und genauso wichtig ist, jede Initiative braucht eine klare Verantwortung Klar, eine Person, die sagt, ich kümmere mich darum, nicht wir. Das Führungsteam wenn ich das immer schon sehe, nein, nicht das Führungsteam.
Wer hat den Hut auf? Wer bringt das voran? Man kann den anderen einbeziehen, natürlich, aber ich brauche eine Verantwortung für die Themen. Also es ist so banal im Prinzip, aber das geht auch vergessen. Und das ist ein wichtiger Moment im Strategieworkshop. Der erste wichtigste Moment ist der Schritt im Prinzip danach.
Ja. Also der Moment, aus dem aus der Idee tatsächlich Bewegung entsteht und genau hier entscheidet sich ob Strategie Wirkung bekommt oder ob sie in ein gutes Gespräch war. Und wenn du übrigens noch tiefer verstehen willst, warum Strategien und Unternehmen oft nicht an Tools oder Methoden scheitern sondern an der Denkweise der Menschen, was ich gerade angesprochen hatte, die sie umsetzen sollen, dann solltest du dir unbedingt auch mein nächstes Video anschauen Du siehst irgendwo hier den Link dazu.
Dort geht es genau um diese Frage, wie man Erfolg auf Abruf generiert immer wieder. Ich zeige dir dort, warum Strategien selten an fehlendem Wissen scheitern sondern an Denkmustern. Also gehen wir tiefer in das Thema rein. Welche drei Hebel du als Führungskraft nutzen kannst, um echte Mindset-Shifts im Team auszulösen?
Das knüpft dann genau nämlich hier an. Wir sehen uns dort. Ciao.