Fast jede Führungskraft sagt mir heute irgendwann im Gespräch einen ähnlichen Satz Es wird immer schwieriger gute Leute zu finden. Oder die junge Generation tickt einfach anders. Und viele glauben dann, das Problem liegt an den Menschen, also an den anderen. Aber hier ist die unbequeme Wahrheit. Und im Prinzip weißt du das.
In den meisten Fällen liegt das Problem nicht an den Leuten, es liegt dem an der Führung Oder genauer gesagt daran, dass viele Führungssysteme noch aus einer Welt stammen, die es heute so gar nicht mehr gibt. Und genau deshalb passiert gerade in vielen Unternehmen etwas Interessantes. Teams, die früher hervorragend funktioniert haben, werden plötzlich langsamer.
Motivation wird schwieriger nimmt ab, Entscheidungen dauern länger und Führung fühlt sich auf einmal komplizierter an als früher. Was ist da nur passiert? Und zwar nicht, weil die Menschen schlechter geworden sind sondern weil das System nicht mehr zur heutigen Realität passt. Ich nenne das ein Zukunfts-Fitness-Problem.
Und genau darum geht es in diesem Video. Ich zeige dir fünf Warnsignale, an denen du ziemlich schnell erkennen kannst, ob dein Team wirklich für die Zukunft aufgestellt ist oder ob ihr im Grunde noch mit der Logik von gestern arbeitet. Und während du diese Punkte hörst, kannst du dich immer wieder kurz fragen, trifft das auf unser Team zu oder nicht?
Und wie weit? Denn wenn mehrere dieser Signale auftauchen funktioniert dein Team vielleicht heute noch ganz gut, aber seine Leistungsfähigkeit beginnt langsam zu sinken. Und genau das ist das eigentliche Risiko. Bevor wir nun zu den Warnsignalen kommen, hilft eine einfache Analogie. Stell dir vor, du gehst zum Arzt.
Du fühlst dich eigentlich ganz okay, du arbeitest viel, du funktionierst und der Arzt sagt nach einer gewissen Zeit, nach der Untersuchung dein Blutdruck ist erhöht deine Fitness nimmt langsam ab, dein Schlaf ist zu kurz und du bist noch nicht krank aber wenn du diese Signale ignorierst, passiert etwas Gefährliches.
Deine Leistungsfähigkeit sinkt langsam. Nicht von heute auf morgen. Sondern jedes Jahr ein kleines bisschen. Und genau so funktionieren Organisationen Teams brechen selten plötzlich zusammen. Sie werden langsam vorsichtiger, langsam träger, langsam weniger innovativ, bis irgendwann Dinge schwierig werden, die früher selbstverständlich waren.
Zum Beispiel gute Leute finden oder Entscheidungen treffen. Okay, schauen wir uns diese fünf Warnsignale nun an und das letzte ist aus meiner Erfahrung übrigens das gefährlichste, also dranbleiben lohnt sich. Hier kommt das erste. In vielen Organisationen werden Entscheidungen mit der Zeit immer langsamer und das passiert selten plötzlich.
Am Anfang wirkt das alles noch sinnvoll, man möchte vielleicht noch eine zusätzliche Perspektive einholen organisiert noch eine weitere Abstimmung und da verschiebt ein Thema ins nächste Meeting, weil man denkt es braucht noch etwas mehr Klärung. Und grundsätzlich ist das ja nachvollziehbar. Das ist genau das Thema.
Niemand möchte leichtfertige Entscheidungen treffen. Mit der Zeit entsteht jedoch ein anderes Muster. Entscheidungen beginnen durch mehrere Hierarchiestufen zu wandern. Sie werden vertagt oder immer wieder neu diskutiert Was ursprünglich als Gründlichkeit gedacht war, entwickelt sich langsam zu struktureller Trägheit.
Und genau diese Trägheit Ist für Organisationen ungefähr das, was mangelnde Fitness für den Körper ist. Man merkt sie nicht sofort, aber mit der Zeit wird das gesamte System langsamer. Irgendwann mit der Zeit kannst du die Treppen nicht mehr steigen. Aber zu Beginn ist das noch alles okay. Also Diagnosefrage an der Stelle.
Treffen wir wichtige Entscheidungen in Tagen oder in Wochen? Ein interessanter Effekt zeigt sich dabei fast immer, wenn Entscheidungen langsamer werden, fehlt häufig an einer anderen Stelle Klarheit. Das war das erste Warnsignal. Das zweite Warnsignal hat weniger mit Geschwindigkeit zu tun, sondern mit Richtung.
Viele Teams arbeiten unglaublich viel. Die Menschen sind engagiert investieren viel Energie und ihre Kalender sind voll. Und von außen wirkt das oft sehr produktiv. Man tut ja etwas. Wenn man jedoch genauer hinschaut merkt man manchmal etwas Interessantes. Nicht alle arbeiten wirklich In dieselbe Richtung.
Kommt dir das bekannt vor? Ich teste das manchmal mit einer einfachen Frage. Ich frage drei Menschen im selben Team, was ist im Moment unsere wichtigste Priorität? Und erstaunlicherweise oft bekomme ich drei unterschiedliche Antworten vielleicht sogar vier. Das bedeutet nicht, dass die Menschen nicht motiviert sind.
Es bedeutet eher, dass strategische Klarheit fehlt. Und wenn diese Klarheit fehlt, verbraucht eine Organisation enorm viel Energie, ohne wirklich schneller voranzukommen. Blindleistung. Die Diagnosefrage dazu wäre, könnte jeder im Team unsere wichtigste Priorität sofort nennen? Und zwar dieselbe. Wenn diese Klarheit fehlt, passiert häufig noch etwas anderes, Motivationen beginnen langsam Zu sinken Das ist ja frustrierend.
Okay, das waren die zwei. Jetzt kommen wir zum dritten Warnsignal. Und das erkennst du oft an einem bestimmten Satz In vielen Führungsteams und auch sonstigen Teamtauschen taucht irgendwann Dieser satz auf die jungen leute wollen sich einfach nicht mehr so engagieren ja sobald ich diesen satz mehr als einmal höre werde ich aufmerksam denn in den meisten fällen steckt dahinter kein generationen problem wirklich nicht viel häufiger steckt dahinter ein führungsproblem Gerade jüngere Talente suchen heute sehr bewusst nach drei Dingen Sinn, Entwicklung und Einfluss.
Wenn diese drei Dinge fehlen sinkt Motivation ziemlich automatisch. Im Prinzip ist das übrigens nicht neu. Es ist vielleicht jetzt etwas verstärkt und auch aus der Sicht derjenigen, die schon länger dabei sind, wirkt das dann so. Menschen wollen nicht plötzlich weniger leisten, sondern vielleicht passt das Umfeld nicht mehr zu ihren Erwartungen.
Und das ist eine völlig normale Entwicklung. Das war vor 30, 50 Jahren auch schon so. Und genau hier liegt für viele Führungskräfte eben ein wichtiger Hebel. Die Diagnosefrage hierzu, geben wir unserem Team Entwicklung oder nur Aufgaben Das ist eine starke Frage, wenn man es mal sacken lässt. Geben wir dem Team die Entwicklung.
Und zwar meine ich nicht Entwicklungsprogramme, das gehört auch dazu, aber einfach in der täglichen Führung. Denn wenn die Motivation sinkt zeigt sich das oft sehr schnell auch in den Strukturen eines Teams. Und damit sind wir beim vierten Warnsignal Nummer vier. In vielen Organisationen laufen Dinge einfach weiter.
Obwohl sich kaum noch jemand fragt ob sie überhaupt noch sinnvoll sind. Vielleicht kennst du das, irgendwelche Prozesse, die man gar nicht mehr braucht. Es geht hier um Routinen, Meetings Prozesse eben, hatte ich gerade gesagt, oder Regeln die irgendwann einmal sehr sinnvoll waren. Sie haben Struktur geschaffen, Entscheidungen koordiniert und Informationen verteilt.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung, als ich mal im Controlling war, eine Zeit lang. War das so, es gab diverse Reports, die eigentlich keiner gebraucht hätte. Die wurden dann trotzdem produziert. Das ist ein Klassiker. Wenn man die einfach einstellt merkt man Okay, das braucht man gar nicht mehr. Das Problem aber entsteht häufig erst später.
Mit der Zeit stellt sich nämlich kaum noch jemand eine die einfache Frage, ob diese Dinge überhaupt noch notwendig sind. Das ist genau das, was ich gerade schilderte. Sie laufen nämlich einfach weiter, weil sie schon immer so gelaufen sind. Und genau so entsteht organisatorische Trägheit. Ich stelle Führungsteams deshalb manchmal eine einfache Frage.
Würden wir dieses Meeting zum Beispiel Heute noch einmal so neu einführen, wenn es noch nicht existieren würde? Erstaunlich oft ist die ehrliche Antwort eigentlich nicht oder zumindest nicht so. Hier die Diagnosefrage wieder. Welche unserer Routinen würden wir heute gar nicht mehr starten? Ein starker Punkt.
Und damit kommen wir aber zum letzten Punkt. Ich hatte gesagt, das ist aus meiner Sicht sogar der allerstärkste von allen. Das fünfte Warnsignal Und das ist auch häufig übersehen übrigens ja viele Führungskräfte unterschätzen wie schnell Wissen heute veraltet und was das für die Entwicklung ihres Teams bedeutet.
Die Welt verändert sich heute schneller als je zuvor. Neue Technologien, neue Märkte neue Arbeitsweisen, alles Mögliche von der Politik mal gar nicht zu reden. Gleichzeitig sind viele Führungskräfte so stark im operativen Geschäft gebunden, dass für echte Weiterentwicklung kaum Raum bleibt. Das sehe ich immer wieder, wie schwer das auch Leuten fällt, wenn sie im Coaching-Programm bei mir sind, wirklich die Termine einzuhalten.
Vielleicht kennst du es auch selber, vielleicht warst du ja bei mir im Coaching, wenn du das hier schaust. Tatsächlich, das ist natürlich ein Thema. Aber da entsteht eben genau das langfristige Risiko denn Organisationen entwickeln sich immer nur so schnell wie ihre Führungskräfte. Wenn Lernen und Reflexion wenig Platz bekommen, verliert das ganze System mit der Zeit an Geschwindigkeit, selbst wenn heute noch alles gut funktioniert Hier die Diagnosefrage.
Lernen wir als Führungsteam regelmäßig oder nur gelegentlich? Oder vielleicht gar nicht? Das könnte auch sein. Also, wenn du bei mehreren dieser Punkte oder auch nur bei einem innerlich genickt hast, dann zeigt dir das ziemlich klar, wo der Hebel liegt, denn starke Teams unterscheiden sich selten Nur durch bessere Strategien, sondern vor allem durch bessere Gewohnheiten Genau darüber spreche ich im nächsten Video.
Dort zeige ich dir sieben Erfolgsgewohnheiten, die jedes Gewinnerteam stark machen. Klicke also hier auf das nächste Video und schau dir an, es muss irgendwo hier sein, welche gewohnheitenstarke Teams wirklich von durchschnittlichen unterscheiden. Bis dann.